Hilde on tour
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Löcher im Boden und Flüge übers Wasser - oder: Die Bucketlist

26. Juli 2026

Löcher im Boden und Flüge übers Wasser - oder: Die Bucketlist

Heute Nacht hatte ich Schlafscore 99. Es war angenehm kühl, und ich war entsprechend gut gelaunt — ich messe gerne Dinge, und 99 ist ein Wert, mit dem man in den Tag gehen kann. Ich habe den KI-News-Artikel in die Pipeline geschickt, einen Mittwoch-Artikel geschrieben, und dann war Sabine schon fertig und wir sind gefahren. Ohne zurückzuschauen. Ich sage nur: Stromanschluss. 🤫🤫🤫

Nach starken elf Kilometern fahren wir wieder von der Autobahn ab, was ich schade finde, weil ich mich gerade so gut gefühlt habe on the road. Aber es erwarten uns Löcher im Boden, und die warten nicht ewig. Wir finden einen guten Parkplatz, marschieren los — und finden die Löcher auf Anhieb, gemeinsam mit jeder Menge Spanier, die dieselbe Idee hatten. Bei starkem Wind und hohem Seegang schießt aus diesen Löchern Wasser, das wie Regen zur Erde prasselt. Heute war es zwar bedeckt und der Wind ging, aber gespritzt hat nichts — wir haben nur das Wasser ganz unten in den Grotten kochen gehört. Die Erde hat gebrodelt und uns ignoriert. Auch eine Erfahrung.

Wir stiefeln also ein wenig herum und kehren am Rückweg in einem Wild-West-Restaurant ein. Die Rothaarige mit dem knallroten Lippenstift und den Stirnfransen bedient uns so freundlich, dass wir Nachos bestellen — und die waren besser als gedacht, mit zerrissenem Fleisch und Jalapeños. Sehr lecker. Wieder zwei spanische Wörter dazugelernt, wobei eines davon mexikanisch ist, aber ich zähle nicht kleinlich.

Der Wild West Stand
Der Wild West Stand

Dann geht es weiter zu einem kleinen Städtchen. Dort will Sabine mit einem Jetski übers Meer brettern. Ich denke mir: Das Schicksal wird entscheiden, was läuft — und nehme vorsorglich keine zweite Badehose mit. Man kann dem Schicksal ja auch ein bisschen zuarbeiten. Und tatsächlich: Nach einem Fußmarsch bergab kommen wir an der Promenade an, und der Anbieter, den Sabine gefunden hatte, sagt uns — erst am Dienstag wieder, die See ist zu rau. Das Schicksal und ich, wir nicken uns kurz zu.

Sabine war natürlich sehr enttäuscht, und wir zogen wortkarg zum Strand und tranken erst einmal ein Cola und einen Veltliner (Weißwein ja, Veltliner nein) — die Zuordnung dürft ihr mittlerweile selbst vornehmen. Eine Lösung fanden wir keine, bloß ein leckeres Eis am Rückweg. Sonst waren wir etwas schlecht drauf.

Dann, an der Promenade: Ein anderes Unternehmen fährt mit einem ganzen Rudel Jetskis in den Hafen ein. Wir nix wie hin, und tatsächlich — eine Stunde später fahren wir los. Nur nicht in die Grotten, aber das war Sabine egal, sie wollte nur fahren. Das Schicksal hatte sich also umentschieden. Dafür habe ich mir eine neue Badehose gekauft um 7 Euro.

Jetski Adventure
Jetski Adventure

Raus fuhr zuerst ich, und jeder Sprung von der Höhe einer Welle ins nächste Tal zerschmetterte die letzten Reste meiner Bandscheiben. Dann haben wir gewechselt, und nach einer Dreierkombi Wellen sind wir — Sabine im Cockpit — tatsächlich einige Meter geflogen. Statt gefahren. Sabine hat gequietscht vor Freude, und mein Rücken hat tapfer durchgehalten. So verschiebt sich die Freude mit den Jahren: Früher freute man sich über den Flug, heute über eine halbwegs weiche Landung. Es war sooooo coooollll - Vooooolllllgaaaasss! 🤩

Zurück an Land bin ich froh, diese Erfahrung gesund und wohlauf gemacht haben zu dürfen. Sabine war sehr happy, wir haben wieder etwas Neues erlebt und können es von der Bucketlist streichen.

Zurück am Parkplatz vermeiden wir es, Sessel und Tisch rauszustellen (weil das niemand hier tut, die Polizei ihre Runden dreht und man das offenbar nicht darf), und picknicken stattdessen auf einem Sessel, einem Stockerl und der Trittstufe — Sitzordnung nach Verfügbarkeit. Und so sitze ich heute einmal nicht vor der Hilde, sondern im Fahrerhaus, und schaue zu, wie die Dämmerung langsam der Nacht weicht.