Besuchstag — oder: Geschäumte Milch und ein Gewitter mit Timing
24. Juli 2026

Heute bekommen wir Besuch zum Frühstück. Gestern haben wir dafür schon ein paar Leckereien in einer Konditorei gekauft. Keine Ahnung, wie das alles geheißen hat — meine zwanzig spanischen Wörter decken das Konditorei-Segment noch nicht ab —, aber es kam gut an: Alles wurde aufgegessen. Komisch, alles aufgegessen, aber trotzdem regnet es jetzt, und wir kugeln im Bett herum. Aber der Reihe nach.
Es fing an kurz vor 9:00. Sabine polterte ins Bad und machte dann Kaffee, also stand ich auch auf, um mich bereitzumachen für Julia, Philipp, Anna und Thomas. Sie waren die letzten Wochen ebenfalls in Nordspanien unterwegs, und wir hatten schon im Mai vereinbart, uns zu treffen. Kurz nach meinem zweiten Schluck kamen sie auch schon um die Ecke — Timing, das man nicht planen kann, außer man plant es seit Mai.
Es war ein großes Hallo, und wir haben uns wirklich gefreut. Julia und Philipp schauen super erholt aus, dann kam Anna, die schon richtig groß geworden ist, obwohl sie erst zwölf ist, und Thomas, der knapp zehn ist, wenn ich nicht irre. (Falls doch: Thomas, ich bitte um Nachsicht, in meinem Alter rundet man großzügig.) Wir haben Kaffee getrunken, die Kids geschäumte Milch, und die Leckereien haben wir gemeinsam vernichtet. Natürlich haben wir uns viel über das Vanlife unterhalten und darüber, was jeder so erlebt hat. Philipp und Julia haben die Hilde von innen gesehen, wir später auch ihren Crafter.

Er ist ein bisschen kürzer und hat eine Bank, auf der die Kinder sitzen können. Er schaut gemütlich aus, und ich denke, die Hallas hatten eine echt gute Zeit. Wir haben noch die Möglichkeit ventiliert, zu Philipps Fünfziger im Jänner nach Kapstadt zu fliegen. Man wird sehen. Das ist die Erwachsenenversion von "ja, unbedingt!".
Nachdem wir uns verabschiedet hatten, sind sie los nach Barcelona und wir zu einem Campingplatz, den uns Sissy empfohlen hat. Der lag etwas bedrohlich in einer Schlucht, und nachdem es windig und bedeckt war, waren wir nicht unglücklich, dass sie nichts frei hatten. Manchmal ist ein "complet" ein Geschenk des Himmels. Beim nächsten Campingplatz fanden wir dann einen tollen Platz mit Blick aufs Meer. Wir gingen einkaufen und tranken Kaffee und Veltliner in einer Bar mit guter Playlist — ein Kriterium, das in keinem Reiseführer steht und trotzdem alles entscheidet.

Zurück bei der Hilde haben wir noch schnell gegessen und alles weggeräumt. Weil: Es donnerte und fing zu regnen an. Das Gewitter hatte den Anstand, bis nach dem Essen zu warten — mehr kann man von einem Gewitter nicht verlangen.
Und so sind wir wieder am Anfang: Es regnet, wir kugeln im Bett herum, und die Hilde trommelt uns ein Schlaflied aufs Dach.
Camping Entreplayas - 40€/Nacht










