Am Ende der Welt — oder: Die Römer spinnen
9. August 2026

Heute ist nicht viel passiert, außer dass wir am Ende der Welt waren und Sabine Tagessieger ist. Das Unglück hat sich angekündigt, weil ich davor alles gewonnen habe. So funktioniert das nämlich. Man merkt es nur immer zu spät.
Wir haben den coolen Stellplatz knapp vor 12:00 verlassen, geduscht, aber keine Hilde-Wasser-Action, weil eine Schlange vor der Station stand. Dann sind wir schnurgerade zum Ende der Welt gefahren.
Ehrlich, warum die Römer das gedacht haben, ist mir schleierhaft. Dort oben auf der Klippe, mit Blick auf den offenen Atlantik, schaut es überall gleich aus. Aber die Römer spinnen ja, das ist bekannt.

Die Straße dorthin war exakt so breit wie zwei Autos, und der Graben neben dem Asphaltband einen Meter tief. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die ans Ende der Welt wollten, um einen Blick in die Leere zu werfen. Was soll ich sagen — die Fahrt und vor allem das Umdrehen am Ende der Welt waren… spannend. Und sind gut gegangen. Für einen Moment war der Blick in die Leere durchaus konkret, nämlich rechts vom Beifahrerfenster.

Das Wetter dazu: Nieselregen und dichte Bewölkung, was der Sache immerhin eine gewisse Endzeitstimmung verlieh. Später ist es aufgerissen, und am Nachmittag war es wieder voll sonnig.
Nach dem Ende der Welt ging es knapp eineinhalb Stunden zu einem netten, steilen Campingplatz in der Nähe des Strandes. Am Strand waren wir zuerst fast die Einzigen. Sabine war ganz aufgeregt, weil sie jetzt auch auf einem Sessel sitzt. Ich habe ein Nickerchen gemacht, dann waren wir einen Café con Leche und einen Veltliner trinken — ihr wisst mittlerweile, wer was.


Und zurück am Strand war das Meer weg und dafür unglaublich viele Menschen da. Komisches Land. Die kommen erst um 18:00 an den Strand. Wenn das Meer schon Feierabend hat.


Zurück bei der Hilde essen wir Nudeln mit Sugo und Parmesan und dazu Paradeisersalat. Echt lecker. Gemeinsam abwaschen — und dann kein Tagessieg. Dafür gönne ich mir heute noch ein Eis. Das habe ich mir verdient.
Camping Ruta de Finisterre - 33,70

