Hilde on tour
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Willkommen in Spanien — oder: Die Weißware von San Sebastián

18. Juli 2026

Willkommen in Spanien — oder: Die Weißware von San Sebastián

Was ist heute passiert? In der Früh natürlich noch einmal duschen, dann Abfahrt Richtung Spanien. Weil zum Strand runter und wieder rauf, stand nicht am Plan. Gleich einmal tanken: 2,01 Euro pro Liter Diesel — nichts Ungewöhnliches, sagt der Mann, der bei vollem Tank bekanntlich hundert Prozent Laune hat👌. Wir tanken voll, wer weiß, wie es in Spanien läuft. Denn das ist unser Ziel. Die ersten KM recherchieren wir, wie und warum die Dune du Pilat entstanden ist - hat mit der Bucht und mit der Küstenströmung und Gezeitenströmung zu tun, die sich gegenseitig aufheben und Sand ablagern, der dann vom Wind an Land getragen wird. Die Düne ist die größte Wanderdüne Europas - und wir waren natürlich gaaaaaanzzzz oben! Wenn man Michi fragt, glaubt man, es war eine Expedition, die noch dazu schlecht ausgerüstet war, ohne Wasser, ohne Essen und in Flip Flops - aber für die 25 Minuten hat das gereicht, auch wenn Herr Kainz da anderer Meinung ist 😂 Seiner Erzählung nach hätten wir die Expedition kaum überlebt 😂😂😂

Die Fahrt ist ereignislos — bis Ines anruft. Sie erzählt uns die ganze Geschichte, und wir sind empört und schockiert. Der arme Bo, die arme Ines, die böse Frau mit dem Hund, der nichts dafür kann, aber doch auch böse ist. In meinen Augen halt. Ich darf das, es ist mein Tagebuchtag.

Ines haben wir gebrieft, was Dr. Claude herausgefunden hat. Alles läuft nach Plan — Tierarzt, Ärztin, Anzeige, überall hat Ines Schriftstücke. Jetzt noch die Vereinsleitung informieren. Die böse Frau penetriert Ines derweil mit SMS und Anrufen, aber anstatt sich zu entschuldigen und alles Gute zu wünschen, will sie nur reden. Wir empfehlen: die böse Frau vorerst ignorieren. Reden kann man auch vor Gericht.

Ines wird langsam ruhiger und erzählt uns, dass ihre Hand beim Tierdoktor eine Pfote war — die Tierärztin hat nämlich kurzerhand auch ihre Hand geröntgt, was später im Unfallkrankenhaus die Ärzte voll erheitert hat. Ich kann mir die Szene lebhaft vorstellen. Befund: Pfote, menschlich, einmal vorhanden. 😂😂😂

Aber es ist auch etwas Trauriges passiert: Gleichzeitig wurde ein Hund eingeliefert, der einen Knochen quer in der Speiseröhre stecken hatte und geschrien hat wie eine Katze. Bei der OP ist sein Herz stehengeblieben, und er ist gestorben. Der junge Mann war völlig fertig — er hatte nur auf den Hund seiner Schwester aufgepasst, die im Urlaub war. Drama, echtes Drama. 😢😥☹️

Mit diesen Geschichten im Gepäck passieren wir die spanische Grenze. Endlich kein Französisch mehr — Spanisch verstehe ich mindestens zwanzig Wörter mehr. Das klingt nach wenig, ist aber prozentuell ein gewaltiger Sprung.

Ines verabschiedet sich zum Schlafen, Bo ist verängstigt, aber zuhause und okay, er geht auch schlafen - es ist 14.00 uhr. 😉

Wir suchen einen Parkplatz, was wirklich nicht einfach ist. Der einzige Stellplatz ist natürlich bummvoll. Rundherum Kurzparkplätze, aber senkrecht zum Randstein und für die Hilde ungeeignet- da wir zu lang sind. Muss ich dazu was sagen? Michi und seine Horrorszenarien - es war jedenfalls schnell klar, da können wir nicht bleiben, sonst habe ich einen sehr unentspannten Mann an meiner Seite - oder eher hinter mir, weil dann wäre ich ihm davongescootert 😂

wir sind zu lange
wir sind zu lange

In den angrenzenden Straßenzügen steht viel Weißware — offenbar hatten alle dieselbe Idee. Und als wir schon aufgeben wollen, sieht Sabine eine Lücke. Da stehen wir jetzt, wo ich — geduscht, versteht sich — im Bett liege und das Protokoll von heute schreibe.

Happy mit unserem Parallelparkplatz in der Reihe der anderen Weißware fahren wir also mit den Rollern in die Stadt. San Sebastián ist nett. Da es den ganzen Tag bewölkt ist — wobei, es ist 15:00, als wir in der Stadt landen —, kann sie ihren Trumpf, den schönsten Sandstrand einer Stadt direkt an der Promenade, nicht ausspielen. So sieht halt alles trist aus. Touristenschwärme, wohin man schaut. Und wir mittendrin, als wären wir was anderes. Der Strand gilt als schönster Stadtstrand Europas.

Ich denke an meinen Leibhemdendealer — Springfield — und siehe da: etwa fünf Minuten entfernt ist eine Filiale. Ich komme schnell in einen gewaltigen Kaufrausch und kaufe drei Hemden und zwei T-Shirts um 65 Euro. Mein gesamtes Kleidungsbudget der nächsten fünf Jahre, aber es ist eben Springfield-Wäsche. Seit sie in Wien geschlossen haben, mag ich sie nur noch mehr — nichts steigert die Liebe so verlässlich wie Unerreichbarkeit. Das letzte Mal habe ich in Spanien und Portugal eingekauft, dementsprechend schauen die Leiberl und Hemden mittlerweile aus.

mein lieblingsshop
mein lieblingsshop
Michi die Shoppingqueen 🤭
Michi die Shoppingqueen 🤭

Dann stürzt sich noch Sabine in das Geschäft und findet auch drei tolle Stücke.

Warum waren wir nicht gemeinsam im Springfield? Wäre eine Shopping-Kernspaltung zu erwarten gewesen? Nein — ich habe das Schloss vergessen, und wir können die Roller nicht absperren. Einer musste Wache stehen. So suchen wir anschließend in der Altstadt Lokale, wo wir die Roller neben uns parken können, und machen eine Rallye durch die belegten Brötchen, für die die Gegend so berühmt ist. Sind Tapas, die hier Pintxos heißen. Ich trinke immer ein Cola, Sabine immer Wein — der angeblich super schmeckt. Ich muss ihr das glauben, mein Fachgebiet ist das Cola. Bevor wir in die vierte Gastwirtschaft einkehren, beschließen wir, zurück zur Hilde zu fahren. Alles klappt reibungslos — ein toller erster Tag in Spanien. Schaut euch die Fotos an und überzeugt euch selbst.

Parken in der Kurzparkzone, die heute gratis ist.