Die Sonne geht aus — oder: Der beste Aussichtsplatz war der Campingplatz
12. August 2026

Wir sind heute frisch um 9:00 aufgestanden und haben uns mit dem Kaffee vor die Hilde gesetzt. Und es ist das Paradies hier. Kühl, etwas windig, die Delfine schwimmen vorbei, und das Meer ist so schön, dass ich mich nicht sattsehen kann. Also werde ich Claude darauf ansetzen, ein Grundstück zu pachten. Mal sehen, wann die KI das zustande bringt.
Aber es ist Zeit aufzubrechen, und wir fahren ins Hinterland hinein. Fünfzig Kilometer Autobahn sind gesperrt, also geht es bergauf, bergab durch die Landschaft. Ganz nett — aber wir sind froh, als wir die letzten fünfzig Kilometer wieder Autobahn fahren können. Wobei: Sabine ist gefahren und hat die Hilde ganz schön ins Schwitzen gebracht. Dafür kommen wir fünf Minuten früher am Campingplatz an. Rechnet sich also.
Es hat 37 Grad, und so gehen wir zum Fluss, der am Ende des Platzes verläuft. Sabine legt sich hinein. Ich habe den Verdacht, dass die Steine zu hart sind, und passe. Der Verdacht war nicht überprüfbar, aber er war mir Beweis genug.
Dann geht es mit den Scootern zu einem Kloster, das uns Claude empfohlen hat. Es sperrt schon zu. Wir bekommen leicht die Panik, weil wir hier ja von Bergen umringt sind — und bevor wir laut und hysterisch herumlaufen, erinnere ich mich an einen hochgelegenen Platz. Dort fahren wir hin, und nach einigem Hin und Her glauben wir Claude schlussendlich doch und warten auf die Sonnenfinsternis.

Sie war spektakulär. Seht selbst.

Dann fahren wir zurück — nur um festzustellen, dass alle anderen gemütlich vor dem Campingplatz gesessen und die Sonnenfinsternis von dort aus genossen haben. Man kann natürlich auch einen Berg suchen. Aber man muss nicht.

Egal: Die Sonnenfinsternis war wirklich spektakulär. Dass die Sonne einfach ausgeht, ist so ungewohnt, dass es auch ein bisschen beängstigend ist. Man versteht plötzlich sehr gut, warum ganze Kulturen das für ein Vorzeichen gehalten haben. Ich bin ja aufgeklärt, wissenschaftsgläubig und schreibe über Technologie — und trotzdem hatte ich für ein paar Sekunden das Bedürfnis, jemandem etwas zu opfern. Vorzugsweise den Verantwortlichen für die gesperrte Autobahn.
Camping Bierzo - 18,70€/Nacht





