40 Grad, eine blockierte Tür und ein Stern — oder: Der Tag, an dem alles zugleich war
14. August 2026

Die heißeste Nacht seit vielen Wochen liegt hinter uns. Sabine ist grantig, und mein Versuch, ihr einen leckeren Kaffee zu machen, scheiterte an der abgelaufenen Milch, die nicht mehr ganz flüssig war. Strom bei einem Prozent, kein kaltes Getränk im Kühlschrank. Also kalt duschen im Bad der Hilde und mit den E-Scootern in die Stadt, in ein Kaffeehaus mit Frühstück.
Zwei Kaffee, ein O-Saft, ein Schinkenbrot und ein getoastetes Croissant mit Marmelade später war die Welt schon deutlich besser. Dafür das Wetter deutlich schlechter: knapp 40 Grad im Schatten. Was soll ich sagen, ihr kennt das ja zur Genüge. Das Hirn schaltet auf Notbetrieb, und ich weiß nicht mehr genau, was wir alles gemacht haben. Ein Indoor-Markt war dabei, ein Eisgeschäft und enge Straßen. Das war Saragossa für mich. Eine Stadt, die ich vermutlich noch einmal besuchen muss, mit funktionierendem Hirn.
Eine schöne Stadt und wir haben lecker Schinken und Oliven in der Markthalle eingekauft und gleich am Abend verputzt. Um die Stadt wirklich zu genießen war es mir über 40 Grad echt zu heiß, aber wir haben das Beste draus gemacht.




Zurück zur Hilde, mit überhitztem Scooter Motor, und Schnellabfahren vom Parkplatz in der prallen Sonne, an der nächsten Kreuzung noch schnell tanken — es waren schon sechs Stricherl weg! Und ihr wisst ja, was 6 Stricherl mit meinem Gemüt machen… Und dann die Fahrertür schließen. Und es geht nicht.
Die Tür knackt ja schon seit Längerem beim Auf- und Zumachen, und jetzt blockiert sie. Ich stehe im Schatten vor der Zapfsäule und im eigenen Schweiß. Der junge Mann im Häuschen war sehr nett und wollte sofort helfen — wusste nur nicht wie. Also habe ich mit meiner Assistentin Sabine die Verkleidung von der Tür demontiert und die Aufhängung von… hmm, von dem Teil gelöst, das die Tür — keine Ahnung, was der Teil eigentlich für eine Funktion hat, außer die Tür in drei Positionen offen zu halten. Jedenfalls: Aufhängung gelöst, Teil beweglich, Tür geht wieder zu. Verkleidung wieder drauf. Eine Schraube fehlt, eine andere dreht durch — dafür habe ich mir eine von der Bodenabdeckung ausgeborgt. Die Hilde ist jetzt ein Organspender für sich selbst.
Dann eine kleine Odyssee zum Einkaufen, und 405 Kilometer später kommen wir an.
Und dort begann das, was ich anschließend auf Google geschrieben habe:
> Ich vergebe nur sehr selten und ungern einen Stern. Aber dieser Platz sollte zugesperrt und unter neuen Besitzern eventuell wieder aufgesperrt werden. Neuen Besitzern, denen man vertrauen kann.
Wir hatten zu Mittag geplant, haben gebucht und den zugesagten Platz A2 gegen D3 getauscht (was ich gefeiert habe, weil so sollte das bei jedem Stellplatz gehen), nachdem wir die Rezensionen gelesen hatten. Bei der Anfahrt hat meine Frau — weil sie gewissenhaft ist — noch einmal nachgesehen und festgestellt, dass wir von D3 auf B3 umgebucht worden waren. Auf Nachfrage gab die Rezeptionistin an, es habe einen Notfall mit dem Strom auf dem Platz gegeben, deshalb habe man uns auf B3 gebucht, damit wir Strom haben. Meine Frau beschwerte sich, auch weil wir über den Tausch nicht aktiv benachrichtigt wurden, und sagte, dass kein Strom für uns kein Problem gewesen wäre — eine kurze Nachfrage hätte das geklärt. Daraufhin kam die Antwort, es sei ein Emergency gewesen und man habe schnell entscheiden müssen.
Als wir ankamen, stellten wir uns auf B3 — zwischen zwei seitenverkehrt stehende Wohnmobile. Insider wissen, was das bedeutet. Und die Gokartbahn macht um 22:50 noch immer gewaltigen Lärm. Dann ging ich zum Platz D3. Dort saßen Leute, gut eingerichtet, offenbar für längere Zeit, und ihr Strom war zum großen Bus dahinter verlegt worden. Wir wurden also doppelt, absichtlich und vorsätzlich angelogen. Der Strom hatte kein Problem. Der Notfall war der gute Umsatz, den man auf unsere Kosten gemacht hat.
Ich kann diesen Platz daher absolut nicht empfehlen.
Wir Womo-Fahrer werden ohnehin schon von Kommunen und Parkplätzen mit Höhenbeschränkungen diskriminiert und ausgeschlossen. Dass man jetzt auch noch von Stellplatzbesitzern bewusst angelogen wird, ist zu viel. Wir haben alles wertschätzend mit der Rezeption über WhatsApp kommuniziert. Auf unseren Vorschlag, den leeren Platz D2 zu nehmen, kam diese Antwort: „All the Places are full, maybe the Motorhome is out of the Area. And it is not possible to move." Der Platz ist bis 24:00 noch immer nicht bezogen. Man kam uns in keiner Weise entgegen und entschuldigte sich auch nicht. Wir fahren morgen weiter und kommen unser ganzes Leben lang nicht mehr wieder.
Was soll ich noch sagen. Die Dusche im Container war toll, zwei Euro, und Sabine und ich sind sauber.
Das war echt eine Frechheit, weil ich absichtlich den hinteren Platz gebucht habe - mein Geld will ich zurück 🙃
Man muss die kleinen Dinge würdigen. Heute waren es genau zwei.
Wohnmobilstellplatz Empuribrava - 23,99/Nacht








