Vor 1940 Jahren

Wie man liest, sind schon einige geflohen aus Pompeji, bevor der Vesuv so richtig Gas gegeben hat. Aber nicht alle. Ein paar Leute haben sich gedacht, „a geh, das wird schon nicht so schlimm sein.“ Und sie behielten Unrecht, denn es wurde wirklich schlimm.

Ein Stadt vergessen unter riesigen Massen Asche.

Bis 1592 ein Bauarbeiter 👷‍♂️ bei Kanalarbeiten auf alte Sachen stieß und natürlich dem Partiechef davon erzählte. Der berichtet es dem Oberchef und der dem König. Naja, und dann nahm alles seinen Lauf, Grabräuberei, Souvenirjäger und Monarchen bedienten sich an allem was zu Tageslicht kam und im Laufe der Geschichte hat sogar einer der Superwichtigen befohlen alles kaputt zu machen, bloß weil er nicht wollte, dass jemand was stehlen könnte.

Und in der Tour ist es weitergegangen, eine Schlampigkeit löste die nächste aus und heute sind wir durch die beeindruckenden Reste eines Stadt gegangen, die wirklich supercool war. Wie könnte diese Stadt heute aussehen, wenn keine Wahnsinnigen und Stümper am Werk waren die letzten 400 Jahre? Unvorstellbar!!! Denn der Vesuv hat alles fein säuberlich verpackt. Fresken, Statuen, Einrichtungen, alles was nicht organisch war, war supergut erhalten, und das was organisch war, haben die Archäologen gelernt mit Gips auszugießen, damit wir heute sehen, wie die armen Menschen ihre letzte Ruhe unfreiwillig fanden.

Heute ist Pompeji ein Weltkulturerbe und darauf werden alle am Eingang hingewiesen. Vielleicht brauchen wir mehr Absperrungen und Mistkübel, damit wir sorgfältiger mit dem Erbe umgehen…

Sabine und ich durchwandern die Ruinen und sind wirklich beeindruckt, von Pompeji. Die Menschen haben schöne Häuser angelegt, gepflasterte Straßen, fließendes Wasser (in Bleirohren! Das Blei hat sich echt lange gehalten für Wasserrohre. In meiner ersten Wohnung hatte ich noch welche, allerdings nur mehr als Abflussrohr).

An jeder Ecke schöne Tempel für alle möglichen Götter und überall Take Away Buden für das leibliche Wohl. Zwei Theater für die schönen Künste und ein großes Stadion, wo einmal die Fans von zwei Städten sich gegenseitig so toll verhauen haben, dass der Nero sich gezwungen sah, ein 10 Jahres Verbot für Gladiatoren Spiele zu verhängen.

Ansonsten kein Hinweis auf Armut oder Slums. Alle Häuser gut gesichert hinter einer großen Stadtmauer, weil die Stadt war so schön, dass andauernd irgendwelche wichtigen Häuptlinge sie einnehmen wollten.

Zum Schluss waren die Römer und die römische Kultur bestimmend in Pompeji und ich habe mir vorgestellt, wie es wohl gewesen war, im Schatten eines Säulenganges am großen Platz dem bunten Treiben zuzusehen. Damals vor 1939 Jahren. Sicher spannender, als den Touristen zuzusehen, die wie Ameisen überall herumwuseln 😁.

Es ist schwer vorstellbar, was den Menschen der Zeit in ganz Europa passiert ist, dass sie alle direkt vom großartigen Waschhaus mit Fußboden und Wandheizung ins dunkle Mittelalter mit Plumpsklo an der Burgmauer gepurzelt sind.

Eine Theorie besagt, dass das aufkeimende Christentum daran Schuld haben könnte. Der Untergang des römischen Reichs soll dabei darauf zurückzuführen sein, dass alle gescheiten Menschen hinter Klostermauern Bücher kopierten und sonst nichts Gescheites mehr machten.

Wer weiß, wie es wirklich war. Sicher ist nur, dass wir auch heute wieder in einer Situation sind, wo ein paar Menschen unermüdlich sagen: „a geh, das wird schon nicht so schlimm sein, das mit der Klimaänderung…“

Dieses Abenteuer in meinem Social Media Kanal teilen.

Facebook
Twitter
Pinterest
Telegram

Magst du was du liest?

... mehr Abenteuer von Sabine, Hilde und Michi

Der Papst, Lissabon und Hilde

Es scheint so, als hätte der Papst in (mittlerweile nicht so) geheimer Mission unseren Lissabon Besuch torpediert. Allen Anschein nach hat er eine komplizierte Operation

Read More »

Pause

Wir beschließen einen Tag länger im Süden Albaniens zu bleiben. Der Campingplatz ist sehr nett, bis sich Schweizer Tür an Tür mit uns stellen. Wir

Read More »

Kinder, Kinder

Es ist doch so: wenn wir wo ankommen, sind wir skeptisch. Dann neugierig und schnell gewöhnen wir uns daran. Und wenn wir wieder aufbrechen, dann

Read More »

Höllenritt über den Pass

Gestern beim Pokern war mir das Glück auf gute Weise hold, heute habe ich zwar drei Grande gewürfelt, aber trotzdem verloren. Natürlich war da nicht

Read More »

Wieder am Meer :)

Wir sind in Gialova am Camping Navarino Beach gelandet. Bis wir aber hier unsere Zelte aufschlagen konnten, ist eine lange und spannende Geschichte: Wir sind

Read More »

Sardinen

Wir fahren los von unserem Standplatz am Meer und nehmen uns eine schöne Etappe bis in die Toskana vor. Die Straßen sind gut ausgebaut, es

Read More »

Florenz und David

Nach einer großartigen (weil kühlen) Nacht stehen wir energiegeladen auf, frühstücken fürstlich und eilen voller Elan zum Bahnhof. In aller Herrgotts Früh um 10:45 geht

Read More »
Neueste Kommentare

Schreibe einen Kommentar