„Noch mehr alte Steine? Muss das sein?“, Sabine verzieht ihr Gesicht. Und ich bin mir nicht sicher, warum ich nach Olympia will.

Trotzdem verlassen wir den Strand und begeben uns schnurstracks ins Landesinnere. Die Straßen verlangen von Hilde alles ab und zu Mittag erreichen wir das Heilige Tal.

Wir checken ein bei Dianas Camping. Bis vor kurzer Zeit noch in den Rezensionen verrissen – hauptsächlich weil er, der Chef nach 60 Jahren am Platz einfach genug von dummen Campern hatte. Vermute ich. Seit einiger Zeit sitzt er nun im Olymp neben Zeus und seiner Sippe und hat seinem Enkel die Geschäfte überlassen… und seine 92jährige Frau, die nach wie vor an der Rezeption sitzt. Sie scheint sehr tiefenentspannt und sehr sympathisch zu sein und der Enkel ist voll gechillt und ur super freundlich. Wir bemühen uns in den Pool und dann beziehen wir eine herzige Nische am steilen Campingplatz.

Sabine wäscht Wäsche und ich nutze die Gelegenheit und mache ein Nickerchen 💤

Dann radeln wir voller Elan runter den Hügel und durch Olympia Richtung Ausgrabungsstätten.

12 Euro Eintritt für zwei Museen und die historischen Stätten. Wir besuchen gleich das neue Museum in der Hoffnung, dass es da AirContition gibt und Bingo! In kühler Atmosphäre lernen wir, dass schon vor 10.000 Jahren die ersten Siedlungen hier waren und dann die wechselhafte Geschichte des Heiligtums von 2000 vor Christi bis 500 nach Christi.

Ähnlich wie in Delphi, wo die Pristerinnen über einer Felsspalte mit coolem Dampf 😂😉 Weissagungen getätigt haben, gab es angeblich so eine Felsspalte auch hier in Olympia. Sie wurde aber noch nicht gefunden. Leider…🤪

Die Geschichte kann jeder, den das interessiert im Netz nachlesen, ich habe nur mitgenommen, dass die Spiele eigentlich ein unbedeutender Teil der Feierlichkeiten waren und der olympische Frieden nie Realität in Griechenlands Stadtstaaten war.

Erstaunlicherweise gab es früher hier auch ein Matriarchat und die Liebhaber der Königinnen hatten eine Lebenserwartung von einem Jahr. Was mich sehr erheitert hat, sehr effizient und keine Scherereien mehr 😂. Die Könige starben nach 100 Mondzyklen und ehrlich gesagt, ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich diese politische Ordnung noch immer gut finde 😂

Erst mit den Römern kam das Patriarchat und die Könige haben angefangen sich zu revanchieren.

Sogar der Nero war einmal da und hat den Olympischen Spielen beigewohnt. Olympia war hundert Jahre lang ein HotSpot der Geschichte.

Heute können wir eine Säule am Platz des Zeustempel bewundern, die von der deutschen archäologischen Gesellschaft initiiert worden ist. Und die ist wirklich mächtig groß. Die anderen Steine kugeln willkürlich in der Gegend herum und warten noch auf eine besondere Gelegenheit, wieder zusammengebaut zu werden.

Ehrlich, wäre es nicht viel cooler alles wieder zusammengesetzt zu sehen? Schon, oder?

Selbst im Stadion kommt keine wirkliche Stimmung auf, obwohl eine Ami Familie mit sechs Kindern ein beachtliches Wettrennen für uns Zuschauer veranstalten… Ich wäre fast mitgelaufen, aber mein Englisch…. 😂

Zeus sei dank, haben die Leute im Museum das begriffen und haben sich ehrlich bemüht, die Zeit wieder aufleben zu lassen, mit Zeichnungen und Modellen. Die Nike Statue ist echt ein Highlight und ich bin ehrlich begeistert, wie cool die Götter der Griechen waren.

Apropos Götter, mit dem fortschreitenden Christentum versank Olymp in der Vergessenheit. Eine Kirche aus gemopsten Steinen der Tempel zeugt von der Art und Weise der Christen, wie sie mit der Konkurrenz umgehen.

Ich konvertiere voll zum Zeus und seinen Leuten und wir verzichten auf das Olympiade Museum, lieber genehmigen wir uns 1 Liter kaltes Sodawasser im Dorf, um den Wasserhaushalt wieder aufgleich zu bekommen.

Am Abend essen wir Tsatsiki, Oliven, Paradeiser usw. ein olympisches Festmahl eben.

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