Alhambra und der Sacromonte

Wer von euch die Buchreihe „Die sieben Schwestern“ gelesen hat, kann auf den heutigen Beitrag sehr gespannt sein 🤩.

Aber wie immer beginnen wir in der Früh. Nach zwei riesigen Croissants und einer frischen Dusche starten wir in den Tag. Die Nacht war sehr ruhig, dass wir bis 10 Uhr geschlafen haben, die Hitze war nicht spürbar, es kühlte gut ab in der Nacht. Spoiler: insgesamt waren die 42 Grad heute kein Drama! Nur die Harten kommen in den Garten, weshalb wir zum Ausflug auf die Alhambra starten. Eine kurze Verzögerung brachte das Vergessen meines Handys 🙈. Na gut, aber wir erreichten den Bus und tuckerten mit zwei Buslinien zur Alhambra. Das mit dem Busfahren funktioniert super hier – Google Maps weiß alles und bringt uns immer sicher ans Ziel, inkl aller öffentlicher Verkehrsmittel.
Die Karten für die Alhambra im Vorfeld online zu kaufen, war ein Staatsakt – alle Passdaten aller Besucher:innen warem anzugeben, man wurde 26 Mal darauf hingewiesen, zur gebuchten Zeit beim Palasteingang zu sein…ein Drama in 6 Akten 🙈 Wir haben uns durch all diese Registrierungen und Vorschriften und Scannen des Passes durchgewurschtelt – bei 42 Grad – aber die Spanier:innen blieben freundlich und zu Scherzen aufgelegt. Der freundliche Mann beim Eingang ließ mir die Option: Michis Pass scannen und er darf mit oder eben nicht 😂 

Wir besuchen zuerst die Sommerresidenz der Könige, die Generalife. Wunderschön angelegte Gärten mit Wasserspielen, in die ein junges Mädchen beim Selfiemachen hineingefallen ist und ihr Handy verlor – der nette Angestellte fischt mit Netz vermutlich immer noch nach ihrem Handy 🙈 A bissi lustig war’s schon 😂

Es war heiß, aber das viele Grün und Schattierung samt Wasser hat es erträglich gemacht. Ganz abgesehen davon, dass Michi in ca jedem Shop war, um Wasser zu kaufen. Soooooo heiß war es nun auch nicht 🙄. Wenn noch einmal jemand: wenn es so heiß ist, braucht man viel Flüssigkeit sagt, muss ich leider auszucken 🤷🏻‍♀️.
Nach den Gärten stellen wir uns zu unserem Timeslot zum Nasridenpalast (im 14. Jhd. erbaut) an und bestaunen viele Fliesen und maurischen Baustil inkl. islamischer Kunst im Inneren – eine witzige Kombi. Die Alhambra ist eines der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Europa.

Die Alcazaba (das Bollwerk des gesamten Komplexes – die Zitadelle) fällt heute der Hitze zum Opfer 🤷🏻‍♀️. Macht aber nix, wir haben viel gesehen und wollen noch auf den Sacromonte … ja, okay, ich will noch auf den Sacromonte 🤫.
Was soll ich sagen, es geht bergauf – aber sowas von und das bei 42 Grad, drum ruhen wir mal in einer kleinen Bar, bevor wir den „Heiligen Berg“ (weil sie dachten, die Gebeine eines Schutzpatrons gefunden zu haben) erklimmen – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ich glaub, so steil sind wir nicht mal in Siena bergauf gestiefelt 🙈.


Wir befinden uns auf den Spuren der „Mondschwester“ aus der Buchreihe von Lucinda Riley. Ihr erinnert euch – Höhlenwohnungen der Gitanos (Gipsys) am Sacromonte in Grenada? Wir wollen uns das Höhlenmuseum „Cuevas del Sacromonte“ anschauen und erfahren Spannendes über die Gitanos, Nomaden, die aus Indien vertrieben wurden und im 15. Jhd Grottenwohnungen errichteten und sich niederließen. Ich zb wusste nicht, dass die Gitanos (kommt aus einer Ableitung des spanischen Wortes Ägypten, weil der erste anerkannte Gintano im Namen Ägypten hatte, weshalb sich die Mähr lange hielt, das fahrende Volk komme aus Ägypten) ursprünglich aus Indien kommen. Sie haben den Flamenco zwar nicht erfunden, aber maßgeblich zu seiner Verbreitung und Anpassung beigetragen. Viele berühmte Flamencosänger und -tänzer kamen aus Grenada. Die Texte des Flamencos beinhalten oft das Leid der Vertreibung und Ausgrenzung des Volkes 😢. 1963 kam es über ein halbes Jahr zu anhaltenden Regenfällen, die zur Absiedelung der Gitanos aus den Höhlenwohnungen führte, weshalb Sacromonte heute nicht mehr dem Flair und das ursprüngliche Leben der Gitanos zeigen kann. Das Museum versucht viele Infos zu geben, mit Vorurteilen aufzuräumen und das Leben der handwerklichen, famencoliebenden Gitanos so darzustellen, wie es war. Ein tolles Museum! Von den Höhlenwohnungen hat man einen perfekten Blick auf die Alhambra – arm und reich nebeneinander!

Wir fahren jz nur mehr Bus, sind zu müde zum Gehen, sagen wir, schlendern dann aber doch noch über die älteste Straße Granadas und lassen den Tag bei Paella und Burger ausklingen. Schön war’s 😍

 

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